Lebens-Spiel
oder: Kakerlak aus Leidenschaft

Zusammenfassung Aufführungstermin 14.10.04 Szenenfolge und Bilder Presseecho



Zusammenfassung
Das Leben ist ein Spiel - doch wer bestimmt die Regeln? Immer wieder werden die Karten völlig neu gemischt. Man spielt mit dir, spielst du mit? Ziehst du die Fäden selbst oder hängst du am Faden? Selbst als Verlierer kannst du gewinnen, wenn du deine Rolle annimmst - wühl dich durch, werd' Kakerlak aus Leidenschaft und bestimme dein Lebens-Spiel selbst!

Vom Mut, einen neuen Anfang zu wagen, handelt dieses Spiel, von der Begegnung mit (falschen) Vorbildern und ihrer Demaskierung, vom Bösen, aber auch von Liebe und Freundschaft. Angeregt wurde es vom Tarot mit seinen Bildern voll alter und tiefer Symbolik. Der Held ist der Narr, der Suchende. Er will endlich sein verwirrtes Leben in den Griff bekommen und Antwort auf die oben gestellten Fragen. Die Figuren aus den Großen Arkana des Tarot stellen sich ihm teils in den Weg, teils zur Seite, und immer wieder verstricken sie sich, buchstäblich, in die Fäden des Schicksals. Riesengroße Karten dienen als Bühnenbild; umrahmt wird das Stück zudem von selbst komponierten Liedern. Begleiten Sie unseren Narren auf seiner Reise und finden Sie Ihren ganz persönlichen, eigenen Zugang zum Lebens-Spiel.





Das Glücksrad des Lebens und zwei der Tarot-Figuren: Der Vorsitzende (links) des Gerichts, vor dem sich der Teufel (rechts) verantworten muss.
Aufführungstermin
• Donnerstag, den 14.10.2004 um 20:30 Uhr

im Hoffmannkeller
Kennedyplatz 1, 86152 Augsburg

Kartenvorbestellung: Stadttheater Augsburg
Tel. 0821/324-4900
Fax. 0821/324-4517
E-Mail: theater@augsburg.de


Szenenfolge und Bilder

Anfangsaufstellung Das Glücksrad des Lebens dreht sich


1. Magier und Narr



2. Der Wagen/Das Wagen



3. Der Eremit



4. Der Teufel







5. Das Gericht



6. Die Liebenden



7. Der Turm



8. Der Mond







9. Die Kraft



10. Die Welt





... und das glückliche Ende ....







Presse-Echo (Augsburger Allgemeine 29.4.2004)

Das Leben ist ein Spiel

Theatergruppe IrrReal präsentiert ungewöhnliche Produktion im Bürgerhaus Pfersee


Pfersee (kuro). Eine ganz eigene und ungewöhnliche Produktion brachte die Theatergruppe IrrReal mit dem Stück "Lebens Spiel oder Kakerlak aus Leidenschaft" unter der Leitung von Bernhard Möller auf die Bühne. Der Text des Stückes wurde in einer Gemeinschaftsarbeit von Möller, Christoph Colling, Wilfred Nann und Stefan Wagenseil erstellt.

Das Gericht (v.l.n.r. Matthias Ubert, Stefan Wagenseil, Christoph Colling) über den Teufel (Wilfred Nann)
Ein Raum, ein Publikum, eine schmucklose Bühne und einige Gaukler: so hebt das "Lebens Spiel" an, quasi bei der Geburtsstunde des Theaters. Keine logische Szenenfolge, keine Kausalität regieren von nun an den Fortgang des Geschehens sondern scheinbar der Zufall, verkörpert in der Figur des Spielleiters Bernhard Möller, der wie die Göttin Fortuna die Karten jedes Mal neu mischt und die Hauptfigur, den Narren (Petra Ziegler), der auf der Suche nach sich selbst ist, mit ständig neuen Situationen konfrontiert. Vom Mut, einen neuen Anfang zu wagen, handelt dieses "Spiel", von der Begegnung mit einem Einsiedler, selbst mit dem Teufel als der Verkörperung des Bösen, aber auch von der Liebe. Das alles ist natürlich alles andere als neu. Neu, oder besser, ungewöhnlich aber ist die Mischung aus fast schon barockem Allegorie-Theater und schlichtem, schnörkellosem, modernem Stationendrama.

Loblied auf Selbstfindung

Auch der Einfall, die lose Szenenfolge auf die Metapher des Kartenspiels zurückzuführen, kann als durchaus gelungen angesehen werden. Nicht ganz so glücklich wirkt der ausgeprägte Hang zu Gleichnis und Sentenz, unter der die Charaktere und die Spritzigkeit des Stückes zu ersticken

drohen. Letztlich bleibt der Widerspruch zwischen einem Individuum, das wenig Individualität zu bieten hat, und dem Loblied auf Selbstfindung und Einzigartigkeit.

Wunderschön dagegen immer wieder die variationsreichen Arrangements mit den fast lebensgroßen Tarotkarten, deren leuchtende Farben dem kahlen Bühnenraum eine Aura von Kunst und Magie verleihen. Sehr gelungen sind auch die eingestreuten, selbst komponierten Lieder. Trotz der Schwierigkeiten ist IrrReals "Lebens-Spiel" mithin als ein Experiment, das es sein will, durchaus lobend hervorzuheben.

Die Apologie des Teufels, der sehr überzeugend von Wilfred Nann gegeben wird, überzeugt etwa sehr wohl durch argumentative Dichte. Auch Matthias Ubert als Magier oder Bernhard Möller als Turm und Spielleiter wissen gekonnt zu gefallen. Und es ist überhaupt ein höchst willkommenes Erlebnis, wenn Theater nicht nur als eines von vielen Unterhaltungsmedien, sondern als Ort der Auseinandersetzung mit Welt und Leben genutzt wird, und wenn eine Amateurgruppe so konsequent eigene Wege geht wie IrrReal.


Bernhard Möller, August 2004